GEVÖ - Gesellschaft für Vitalökonomie

5 Tage Bildungsurlaub für jeden

Am 11. März 2015 hat der Landtag von Baden-Württemberg ein “Bildungszeitgesetz” beschlossen, das in seinen Grundzügen den Standards entspricht, die bereits in den anderen Bundesländern mit Bildungsurlaub gelten: Fast 90 Prozent der Arbeitnehmer können sich ab 1. Juli an fünf bezahlten Tagen im Jahr weiterbilden. Sie sollten damit neben dem Beruf die Möglichkeit erhalten, sich fachlich oder gesellschaftspolitisch weiterzubilden. Anders als bei vielen anderen Förderinstrumenten können Arbeitnehmer beim Bildungsurlaub (mit Einschränkungen) selbst die inhaltlichen Schwerpunkte ihrer Weiterbildung festlegen.

 

Seminar

 

Die Zahl derer, die in einem Unternehmen pro Jahr Bildungsurlaub in Anspruch nehmen können, variiert durch eine Staffelung nach Betriebsgröße. So muss ein Betrieb mit fünf bis 25 Mitarbeitern nur insgesamt fünf freie Tage gewähren - dies würde dem vollen Bildungsurlaub eines Beschäftigten entsprechen. Bei Firmen ab 25 Beschäftigten soll die Freistellung auf zehn Prozent der Belegschaft begrenzt werden, bei Firmen ab 50 Beschäftigten auf 20 Prozent.

Um Bildungsurlaub beantragen zu können müssen die Vorgaben des Arbeitnehmerweiterbildungsgesetzes eingehalten werden. "Der Beschäftigte sollte zuerst alle erforderlichen Unterlagen über das Seminar zusammenstellen", empfiehlt IG-Metall-Bezirksjurist Schuld. "Hieraus muss sich ergeben, dass der ausgewählte Kurs als Bildungsveranstaltung anerkannt ist. Daneben ist das Programm mit Lernzielen, Lerninhalten und dem Ablauf der Veranstaltung wichtig."

Denn Arbeitgeber müssen ihre Angestellten nur für eine Weiterbildung an anerkannten Einrichtungen freistellen. Dazu gehören Volkshochschulen, Sprachschulen, aber auch kirchliche Bildungseinrichtungen oder Handwerkskammern. Diese müssen aber nicht zwingend im betroffenen Bundesland liegen. So werden neben Programmierkursen oder Bildbearbeitungsseminaren auch ausgewählte Sprachreisen z.B. nach London anerkannt.

 

Bildung

Auch das Thema betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) wird durch das neue Gesetz abgedeckt: Es gibt zahlreiche Kurse oder Seminare zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz oder Stressbewältigung. So kann man beispielsweise den Umgang mit neuen Entspannungstechniken, Yoga oder Mentaltraining lernen. Gesundheit durch Bewegung wird durch Angebote wie „Starker Rücken“ oder Tai Chi abgedeckt. Wer die 5 Tage Bildungsurlaub am Stück nehmen möchte, hat die Möglichkeit, beispielsweise eine Woche an die Nordsee zu fahren.

 

 

Der Mitarbeiter muss den Antrag spätestens sechs Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber einreichen. Der Arbeitgeber kann nun innerhalb von drei Wochen nach Abgabe des vollständigen Antrags reagieren. Schweigt er in dieser Zeit, gilt die Genehmigung als erteilt. Der Arbeitnehmer kann am Seminar teilnehmen, das Gehalt muss weitergezahlt werden.
Eine Ablehnung muss der Arbeitgeber schriftlich begründen. Sprechen betriebliche Gründe gegen die Freistellung, sollte der Mitarbeiter nach alternativen Terminen suchen und sofort den Bildungsurlaub neu beantragen.

Damit hat die Regierung - gegen den massiven Widerstand der Wirtschaft - als eines der letzten Bundesländer den individuellen Anspruch auf berufliche, politische oder ehrenamtliche Qualifizierung eingeführt. Scharfe Kritik kam vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Die Staffelung sowie die fehlende Berücksichtigung der Betriebe unter fünf Mitarbeitern schlössen viele Beschäftigte de facto aus.
Aus Sicht der CDU im Landtag schmälert die Bildungszeit die globale Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft im Südwesten. Schöpften die Arbeitnehmer alle fünf Tage im Jahr für Weiterbildung aus, koste das die Unternehmen vier Milliarden Euro im Jahr, sagte der CDU-Abgeordnete Reinhard Löffler. Er mache sich deshalb "massive Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit in der mittelständischen Wirtschaft".

 

Eine Übersicht der angebotenen und anerkannten Seminare finden Sie unter:

http://www.bildungsurlaub.de

 

Gallup aktuell: innere Kündigung auf dem Vormarsch

Fünf Millionen Deutsche haben innerlich gekündigt

 

In vielen Betrieben in Deutschland werden existenziell notwendige Höchstleistungen von den Arbeitnehmern nicht erreicht: Gerade einmal 15 Prozent der Beschäftigten haben eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen und sind laut der neuesten Gallup-Studie richtig engagiert und bereit, die berühmte Extra-Meile zu gehen.

 

Grafik Gallup 2014

 

Die Zahl der Arbeitnehmer, die kein Herz für ihr Unternehmen und dementsprechend nur eine geringe emotionale Bindung haben, steigt weiter: mittlerweile schon 70 Prozent der Deutschen macht einfach nur Dienst nach Vorschrift. Sie sitzen ihre Zeit ab und sind leidenschaftslos gegenüber ihrer Firma. Weitere 15 Prozent der Arbeitnehmer haben sogar schon innerlich gekündigt.

 

Dies ist das Ergebnis des Gallup Engagement Index 2014, der am Dienstag veröffentlich wurde und repräsentativ ist. Befragt wurden für die Studie 2034 Arbeitnehmer in Telefoninterviews. Hochgerechnet sind das 23,5 Millionen Beschäftigte ohne große emotionale Bindung an ihr Unternehmen - innerlich gekündigt haben mittlerweile sogar fünf Millionen Beschäftigte.

 

Die große Mehrheit der Arbeitnehmer, die emotional gering gebunden sind, machen im Arbeitsalltag zwar durchaus das Notwendige und spulen ihr Pflichtprogramm ab - sie geben aber nicht ihr Bestes. "Sie fallen auch nicht unbedingt auf, weil sie ihre Dinge gut abarbeiten, niemanden schädigen, pünktlich kommen - aber eben auch pünktlich gehen", beschreibt Gallup-Projektleiter Marco Nink von Gallup. Eine höhere Bindung der Arbeitnehmer würde für die Firma weniger Fehlzeiten und mehr Treue bedeuten. Der wirtschaftliche Schaden liegt bei geschätzten 73 bis 95 Milliarden Euro im Jahr.

 

Schuld daran sind die – fast immer – unqualifizierten Führungskräfte. 50 Prozent der Mitarbeiter sind unzufrieden mit ihren Chefs, die in Deutschland leider immer noch nur nach dem Kriterium Kompetenz im alten Job befördert werden. Entscheidend für die seltene und deshalb meist fehlende Fähigkeit Führungstalent sind laut Marco Nink drei Faktoren: Vorgesetzte müssen klare, erreichbare Ziele formulieren und Beschäftigten die Mittel zur Verfügung stellen, um sie zu erreichen. Sie sollten ansprechbar sein, positive Eigenschaften und Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter loben und die Entwicklung ihrer Mitarbeiter aktiv fördern.

 

Um die Situation auf beiden Seiten zu verbessern hat Gallup folgende Q12 Aspekte definiert, welche die emotionale Bindung an den Arbeitsplatz ausmachen.

Der Mitarbeiter:

  • weiß, was von ihm erwartet wird
  • hat Materialien und Arbeitsmittel ausreichend zur Verfügung
  • kann tun, was er am besten kann
  • erhält Anerkennung
  • wird als Mensch gesehen
  • erhält Unterstützung
  • weiß, dass seine Meinung zählt
  • kann sich mit den Unternehmenszielen identifizieren
  • sieht, dass sich seine Kollegen für Qualität engagieren
  • hat einen guten Freund im Unternehmen
  • sieht einen Fortschritt
  • kann lernen und sich entwickeln

 

 Interessierte finden die kompletten Studienergebnisse unter www.gallup.de

 

Carsten Paetzold im TV Interview zur betrieblichen Gesundheitsförderung

Zu Beginn des Jahres 2015 startet die GEVÖ® mit einem kurzweiligen TV Interview!

 

Carsten Paetzold auf BallkissenGeschäftsführer Carsten Paetzold stellt sich den interessierten Fragen von Tobias Fox, dem Geschäftsführer des Verdure Medienteams für das Format Venture TV zu den Themen Betriebliche Gesundheitsförderung und Vitale Pause®.

Betriebliche Gesundheitsförderung ist nicht nur schick und gut für's Firmenimage. Gesundheitsfördernde Maßnahmen unterstützen Unternehmen jeder Größe dabei, Themen wie dem demographischen Wandel, hohen Ausfallzeiten durch Krankheit oder geringer Mitarbeitermotivation und Bindung effektiv und langfristig sinnvoll zu begegnen.

 

Wichtig für die GEVÖ® ist, schnellstmöglich da anzusetzen, wo es notwendig ist - beim Mitarbeiter!

Mit dem Commitment der Unternehmensführung und der Entscheidungsträger im Rücken profitieren zuerst die Mitarbeiter von genial einfachen Maßnahmen wie z.B. der Vitalen Pause®.

Nach dem buttom-up-Ansatz kommt dem Team der GEVÖ® das gewonnene Vertrauen bei der weiteren Arbeit mit den darüber liegenden Hierarchie-Ebenen (Vorgesetzte, Meister...) zu Gute. Auf Augenhöhe werden partnerschaflich konkrete und praxisnahe Lösungen besprochen, umgesetzt und kommunziert.

Ein Blick lohnt sich!

Zum Video!

Profifußballer sind auch nur Arbeitnehmer

Ob Profifußballer im Verein oder Mitarbeiter im Unternehmen - ohne sie geht nichts! Warum sollten also nicht auch Mitarbeiter ähnliche Leistungen im Bereich der Gesundheitsförderung wie Profisportler erhalten?

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Neues Präventionsgesetz soll kommen

Noch in dieser Legislaturperiode soll das neue Präventionsgesetz kommen - demnach sollen nicht nur die Krankenkassen, sondern auch die Arbeitgeber mehr in die Pflicht genommen werden.

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Gesund und vital im Alter

Der demographische Wandel wirkt sich nicht nur im Allgemeinen auf die Altersstruktur der Gesellschaft aus, sondern führt im Speziellen auch zu einer veränderten Mitarbeiterstruktur im Unternehmen. Dementsprechend sollten auch die älteren Mitarbeiter verstärkt bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement berücksichtigt werden.

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