GEVÖ - Gesellschaft für Vitalökonomie

"Embodiment" - Wie der Körper die Psyche und die Psyche den Körper beeinflusst

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StressWer kennt es nicht - Man(n) steckt in einer akuten Stresssituation und der Körper reagiert: Der Herzschlag steigt, die Gallenblase füllt sich, der Magen zieht sich zusammen und die Muskeln werden hart. Der Körper reagiert auf psychische Belastungen. Aber auch die andere Richtung ist möglich: Haltung macht Stimmung. Testen Sie selbst: Gehen Sie gebeugt mit hoch- und nach vorne gezogenen Schultern und versuchen Sie sich glücklich und selbstbewusst zu fühlen. Es wird Ihnen nicht gelingen. Die Psyche reagiert auf den Körper!

 

Genau diese Wechselwirkung wird durch das Wort "Embodiment" umschrieben. Einerseits werden psychische Zustände in Form körperlicher Ausdrucksformen sichtbar wie z.B. Gestik, Mimik, Körperhaltung, aber auch andersherum beeinflussen interessanterweise Körperzustände und im speziellen Körperhaltungen unser Denken (Urteile, Einstellungen) und Fühlen.

 

Körper beeinflusst PsycheDiese Wechselwirkung hat u.a. zur Folge, dass sportliche Betätigung inzwischen ein nachgewiesen effektiver Therapieansatz bei psychiatrischen Beschwerdebildern ist. Burnouts und Depressionen sind weltweit die führende Ursache gesundheitlicher Defizite. Entsprechend ist die Wirksamkeit von Bewegung bei der Therapie dieser Krankheitsbilder von wissenschaftlichem Interesse. Und tatsächlich kann man heute sagen: Sport wirkt ähnlich wie ein Antidepressivum. Viel Bewegung lässt die Serotoninspiegel steigen und verbessert die noradrenerge Transmission im Gehirn.

 

Konsequenz könnte sein: Da Sport keine Nebenwirkungen und wenig Kosten verursacht, sollte Bewegung in jedem Falle in Ergänzung zu weiteren Therapien eingesetzt werden.

Problem ist allerdings: Hochgradig Depressive leiden unter Antriebsstörungen und lassen sich schwer zu körperlicher Bewegung motivieren.

Hier kommt dann eine andere Strategie nämlich die des "Embodiments" ins Spiel: Nicht durch ausdauerorientierte Bewegung, sondern durch bewusst werdende Körperhaltungen und sensible Körperwahrnehmung die Psyche positiv zu beeinflussen.

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