GEVÖ - Gesellschaft für Vitalökonomie

Sportliche Aktivität fördert die Befindlichkeit

Insgesamt fühlen sich immer mehr Menschen unwohl in ihrer Haut. Die Arbeitswelt ist heutzutage oft mit Stress und Hektik verbunden, mehr und mehr psychische Erkrankungen werden diagnostiziert. In Zahlen ausgedrückt, sind jedes Jahr sind 33% der Gesamtbevölkerung von mindestens einer psychischen Störung betroffen (Hölter, 1997).

 

Um diesem Prozess entgegenzuwirken sollen Menschen Bewältigungsstrategien an die Hand gegeben werden. Angenommen wird, dass sportliche Aktivität genau eine solche Bewältigungsstrategie ist (Abele, Brem, 1994). Sie ist bei psychisch kranken Patienten oft reduziert (Martinsen, 1990).

 

 Das zweidimensionale Beflindlichkeitsmodell mit einer Bewertungs- und Spannungsdimension

Abb. 1 Das zweidimensionale Befindlichkeitsmodell mit einer Bewertungs- und Spannungsdimension (Abele, Brehm, 1984)

 

Psychisch Kranke leiden häufig unter einem mangelnden Selbstbewusstsein, unter Realitätsverlusten, können nur schwer soziale Kontakte aufbauen und haben ein geringes Ausdrucksvermögen. Aus diesem Grund wird in der Sporttherapie, welche oft zur Behandlung von pulmonalen oder psychischen Erkrankungen verschrieben wird, die Persönlichkeitsentwicklung in hohem Maße gefördert.

 

Zudem soll in der Bewegungstherapie der Bezug zur Bewegung des eigenen Körpers hergestellt werden, um die eigene Körperwahrnehmung zu stärken (Hölter, 2012).

 

Der LC Leichtathletik in Rehlingen konzipierte ein Sportprogramm für psychisch kranke Menschen. Innerhalb dieser Sportgruppe, welche mittlerweile aus 30 Personen (Tendenz steigend) besteht, wurde zur Befindlichkeitsmessung jeweils vor und nach dem Training mithilfe einer Befindlichkeitsskala die Befindlichkeit gemessen. Anschließend wurde die Veränderung festgestellt.

 

Feststellen ließ sich, dass sich die Stimmung bzw. das aktuelle Wohlbefinden der Teilnehmer, unabhängig der Erkrankung signifikant verbessert hat. Nach dem Training haben sich die Patienten deutlich besser gefühlt. Ärger und Energielosigkeit sind zurückgegangen und die positiven Dimensionen Aktiviertheit und Ruhe ist angestiegen.

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in: Bewegungstherapie und Gesundheitssport (2015): Prävention, Sporttherapie und Rehabilitation in Wissenschaft und Praxis. 4, 2015, 31. Jahrgang, Haug Verlag.

 

Nutzen auch Sie jede Bewegungschance, die sich im Alltag bietet. Während der Arbeitszeit in Form der bewussten Nutzung des Treppenhauses oder im privaten Bereich in Form von aktiven Spaziergängen mit dem Hund oder z.B. dem Anschluss an eine Walking-Gruppe.