GEVÖ - Gesellschaft für Vitalökonomie

Interview zum Thema Sturzprävention

„Besser zwei Stöcke als ein Rollator – und so oft wie möglich raus gehen!“

Stürze sind im Alter besonders gefährlich und führen oftmals zu Knochenbrüchen. Deshalb kommt der Vorbeugung eine wichtige Rolle zu. Ab diesem Jahr wird im Schwarzwald-Baar-Kreis daher das Projekt „Vitales Alter – Pro Balance – gegen den Sturz“ angeboten, organisiert vom Gesundheitsamt und der Schwenninger Krankenkasse. Federführend bei diesem Projekt ist Dr. phil. Petra Mommert-Jauch, Sportwissenschaftlerin und Geschäftsführerin des ISR-Instituts für Sport und Rehabilitation in Bad Dürrheim. Sie berichtet im Interview von Ihren Projekten und Maßnahmen zur Sturzprophylaxe.

 

Die wesentlichen Risikofaktoren für einen Sturz bei älteren Menschen sind meist das Gehen an sich, die fehlende Kraft oder das Gleichgewicht. Meistens werden nur den zwei letzten Punkten Beachtung geschenkt, da diese bekanntlich trainiert werden können. Doch sollte laut Dr. Petra Mommert-Jauch der Fokus deutlich auf das Gehen selbst gelegt werden, da hier die größte Gefahr lauert. Ebenfalls ist die Psyche beteiligt: bei permanenter Angst zu stürzen, erhöht sich tatsächlich auch das Risiko.

Im Interview erläutert Dr. Mommert-Jauch, warum Stürze im hohen Alter so gefährlich sind. Sie zeigt auf, dass Stürze meistens eine Kette an Reaktionen loslösen und die Betroffenen dadurch oft in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt werden. Nach einer Verletzung kann eine Einweisung in ein Pflegeheim oder die Bettruhe das normale Leben auf den Kopf stellen. Mommert-Jauch will mit dem Programm „Vitales Alter – Pro Balance – gegen den Sturz“ ein Leuchtturmprojekt schaffen, mit dem für Senioren in ganz Deutschland eine bessere Lebensqualität erreicht werden kann.

 

Um im Alter mobiler zu bleiben rät Dr. Petra Mommert-Jauch dazu, sich möglichst lang ohne Gehhilfe fortzubewegen. Hilfsmittel, wie zum Beispiel ein Rollator, erhöhen die Sturzwahrscheinlichkeit enorm. Wenn nicht komplett auf eine Stütze verzichtet werden kann, sollte am besten Stöcke zum Einsatz kommen. Mit diesen kann weiterhin die wichtige Rotation zwischen Becken- und Schultergürtel ausgeführt werden und es bleibt ein Stück Gangqualität erhalten.

Im gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis folgen in den nächsten Monaten zahlreiche Vorträge und kurze Workshops zum Thema Sturzprävention. Im September stehen Termine in Villingen, St. Georgen und Donaueschingen an. Die Menschen sind dazu aufgerufen, an den Präventivmaßnahmen teilzunehmen.

 

Teil des Projekts sind auch Multiplikatoren Weiterbildungen, bei denen zum Beispiel Pflegekräfte aus Krankenhäusern, Altenpfleger oder Alltagsbegleiter darin geschult werden, selbst Pro - Balance Kurse anzubieten. Die Intention dabei ist ganz klar: älteren Menschen soll es ermöglicht werden, an einer Präventionsmaßnahme in ihrer Nähe teilzunehmen. Zusammen mit der Hochschule Furtwangen wird das Projekt im Nachhinein ausgewertet.

 

Zum vollständigen Interview geht es hier.

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